Risum-Lindholm

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde

 

 

 

Liebe Freunde und Unterstützer unserer Indienpartnerschaft!

 

Das Jahr 2019 ist für uns ein ganz besonderes Jahr gewesen. Wir konnten in Deutschland und in Indien 20 Jahre Partnerschaft feiern. Ein Jubiläum, auf das wir alle stolz sein können und das doch seinen eigentlichen Grund in Gottes großer Liebe hat. Vor zwanzig Jahren hatten Helma Möllgaard und ich eine Reise nach Nowrangapur geplant, um uns von der Entwicklung einer kleinen Farm für das Krankenhaus zu überzeugen, die wir drei Jahre vorher gegründet hatten. Nachdem wir bereits Einladung, Visa und Flugtickets hatten, wurden wir vom leitenden Arzt wieder ausgeladen. So mussten wir uns eine andere Partneradresse suchen und fanden sie im Waisenhausverein Visakhapatnam unter der Verantwortung von Bischof Dr. K. R. Singh. Er lud uns zu sich ein. Wir verstanden einander sofort gut und waren beeindruckt von der vielfältigen und guten Arbeit die Singh mit seiner U.C.I.M. in der südindischen Nethanjakirche machte. So luden wir Singh zu uns nach Risum-Lindholm ein und der Grundstein für unsere Freund- und Partnerschaft war gelegt.

Ihr habt mitbekommen wie wunderbar sich seitdem alles weiter entwickelt hat und ohne eure Unterstützung wäre vieles gar nicht möglich gewesen.  Im Sommer konnte ich durch Gelder des KED und BINGO ein Team zu den Feierlichkeiten nach Risum-Lindholm einladen. Neben einem besonderen Besuchsprogramm konnten wir in der Friesenhalle einen Jubiläumsabend feiern, auf dem wir dankbar auf die vergangenen 20 Jahre zurückblickten und hoffnungsvoll uns auf die Zukunft freuten. Es war für mich eine besondere Freude mich bei den Frauen zu bedanken, die die Arbeit in der zurückliegenden Zeit ganz besonders unterstützt haben.

 

 

 

 

 

Im Oktober dieses Jahres ist dann ein Team von uns nach Indien gefahren, um dort an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Wir wurden begeistert empfangen. Stolz wurden uns die verschiedenen Projekte gezeigt, die im Laufe der Zeit durch unsere Hilfe verwirklicht wurden und wie sie sich weiter entwickelt haben. Für die Milchfarm soll eine andere Büffelart angeschafft werden, die mehr Milch gibt. Dafür trägt eine studierte Landwirtin die Verantwortung.  Der kleine Hähnchenmastbetrieb läuft gut und sehr erfolgreich. In dem Aidskinderheim sind 34 Kinder aufgenommen und haben durch eure Spenden ein gutes Zuhause und eine Zukunft. Die ersten Kinder werden im nächsten Jahr das Heim verlassen, um auf eigenen Beinen zu stehen. Sie werden anderen Kindern Platz machen. Vielen Dank an alle, die so treu dieses Heim möglich machen.

 

 

 

Die Witwen, die im Zentrum aufgenommen wurden, sind in das Mädchenwohnheim umgezogen und haben nun eine Lebensaufgabe als Oma für viele Kinder gefunden. Sie strahlen neue Lebensfreude und Mut aus. Das Projekt mit den Fotovoltaikanlagen konnte in diesem Jahr mit einer 20 KW Anlage auf dem Dach der Schule abgeschlossen werden. Der erzeugte Strom wird vom staatlichen Energieunternehmen aufgekauft und trägt so zu einer wesentlichen Entlastung bei den Kosten für Schule und dem Zentrum der UCIM bei. In Yarada, einem abgelegenen Fischerdorf mit 5000 Einwohnern konnten wir neben der Kirche das Gesundheitszentrum einweihen, das durch unsere Hilfe möglich geworden ist. Dort hält ein Arzt jetzt regelmäßig Sprechstunden und ist im Bedarfsfalle auch telefonisch zu erreichen. Der Andrang war schon am Eröffnungstag groß. Durch die Spende der Risum-Lindholmer Windparks war es möglich für die Kinderheime der Bergdörfer Sileru und Guma jeweils eine solarthermische Anlage zu errichten, so dass auch hier warmes Wasser zum Kochen und Waschen zur Verfügung steht, ohne den Urwald durch Abholzung weiter zu gefährden oder hohe Kosten für Gas zu verursachen.

 

 

 

 

Wir sind dankbar für all das, was in den zurückliegenden Jahren an Hilfe und Austausch möglich war. Wir wollen auch in Zukunft nachhaltig unterstützen und unsere Partnerschaft mit Lebensfreude füllen. Ganz liebe Grüße von Singh, der gesamten U.C.I. M. und vor allem von den Kindern des Waisenhauses.

 

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, heißt es in der Jahreslosung für 2020. Habt Mut und geht das Jahr im Vertrauen auf Gott an. Er wird euch stärken und Kraft geben, in jeder Situation unseres Lebens. Gott der unser Vater ist, wird seine Kraft in euch mächtig werden lassen, wenn ihr ihm den Raum in eurem Herzen und Leben gebt.

 

Hans-Peter Spießwinkel

 

Risum-Lindholm, im Dezember 2019

 

 

Kontoverbindung für Spenden: Kirchengemeinde Lindholm

IBAN: DE19 2176 3542 0007 9797 97 VR Bank Nord eG

 

 

Indienpartnerschaft

 

Seit 1999 besteht der Kontakt zwischen der Kirchengemeinde Risum-Lindholm und der UCIM der südindischen Nethanja-Kirche in Visakhapatnam. Eine Delegation der damals selbständigen Kirchengemeinde Lindholm besuchte Indien. In Bischof Dr. K.R. Singh fand sie einen großartigen Partner, der sich mit seiner UCIM, um Benachteiligte in der Region Visakhapatnam kümmerte.

 

Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben der Verkündigung verschiedene Kinderheime – auch in den Stammesgebieten der Berge, die Betreuung von Menschen in den ausufernden Slumgebieten Visakhapatnams, Leprakolonien, Unterstützung der Dahlits und Hilfe bei Katastrophen.

Dabei helfen ihm ein großer Mitarbeiterstab und die Teilnehmer der Bibelschule.  Gerne wollte er die Freundschaft, aber auch Hilfe für seine Arbeit aus Norddeutschland annehmen.

 

 

 

So ist die Beziehung in den folgenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Tragendes Element waren und sind die gegenseitigen Besuche. Dadurch ist ein lebendiger Austausch entstanden und das Vertrauen zueinander gewachsen, getragen vom gemeinsamen Glauben an den liebenden Gott, der in Jesus Christus begreifbar geworden ist.

 

Im Laufe der Zeit haben wir uns an verschiedenen Projekten beteiligt. Unser Ziel dabei ist immer gewesen, die Selbständigkeit der dortigen Gemeinde durch unser Know-how und unseren finanziellen Möglichkeiten zu fördern und gleichzeitig von dem lebendigen Glauben unserer Schwestern und Brüder zu lernen.

 

Neben Soforthilfe bei Katastrophen wie z.B. dem Tsunami, haben wir es geschafft, eine kleine Milch- und Hühnerfarm aufzubauen, die einerseits die Versorgung der Kinderheime verbessert, andererseits aber auch sichere Arbeit für Dahlitfamilien und finanziellen Gewinn für die UCIM zur Folge hat.

 

Desweiteren haben wir ein Heim für Aidswaisen gegründet und Sponsoren hier aus der Region tragen die Kosten für das Leben von zur Zeit 32 Slumkindern, die ihre Eltern durch die Krankheit verloren haben. In den letzten Jahren haben wir versucht, durch die Nutzung von Solarenergie die Energiekosten zu senken und ein zusätzliches Einkommensfeld zu erschließen.

 

So wurden zwei Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 30 kw aufgebaut und verschiedene solarthermische Anlagen installiert, um warmes Wasser günstig zu erzeugen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

 

Die Zusammenarbeit und das voneinander Lernen soll auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Partnerschaft sein.

 

 

 

Besuch der indischen Partner bei uns

 

Viele haben es mitbekommen, dass über drei Wochen wieder Bischof Dr. K.R. Singh mit einer Gruppe von acht jungen Menschen bei uns zu Gast waren. Sie konnten im Pastorat wohnen, liebevoll eingerichtet und zurecht gemacht von den Mitgliedern der Indiengruppe. Jeweils ein Gottesdienst in der Lindholmer Kirche und einer in der Risumer Kirche konnte mit unseren Partnern gefeiert werden und durch ihren lebendigen Gesang, ihre Musik und den Tanz haben sie sie uns unvergessliche Momente geschenkt. Im Andersen Hüs gab es wieder einen gut besuchten Informationsabend, auf dem Singh von den letzten Entwicklungen seiner UCIM erzählen konnte, Bilder der letzten Begegnungen in Indien zeigten die gute Entwicklung unserer Partnerschaft und die Vorführungen seines Teams sorgte für die nötige Abwechslung und lebendige Stimmung im Programm.

 

Inhaltlich hatte die Begegnung die beiden Schwerpunkte: Verantwortung von uns Christen für die Umwelt und die Menschen mit Beeinträchtigungen. So ging es um die Vermüllung der Meere und die Gefährdung durch Mikroplastik genauso wie um durch die Nutzung regenerativer Energien Umwelt und natürliche Ressourcen zu schonen. Wir haben die Inklusionsbemühungen in Kindergarten und Schulen erlebt, haben Werkstätten und Wohnheime für Behinderte besucht.

Am eindrucksvollsten für beide Seiten war jedoch der offene und freundschaftliche Umgang miteinander. Die Gruppe wurde immer wieder von Familien eingeladen, nahm an Veranstaltungen teil, konnte besichtigen und erleben. Der Altbürgermeister führte durch unser Dorf, im Friesischen Wohnpark haben wir mit den Senioren gefeiert und getanzt – teilweise im Rollstuhl! – Auf Hooge konnten wir die Stille und Weite des Wattenmeers erleben und fühlen. Leider trübte das Verhalten eines bayrischen Mitarbeiters der Schutzstation das sonst sehr positive Erleben.

Am Ende gab es ein fröhliches Abschiedsfest im Garten des alten Pastorats mit vielen Teilnehmerinnen rund um ein Lagerfeuer. Durch die eingegangenen Spenden und zugesagten Hilfen kann nun die Nutzung von Solarenergie in Indien durch UCIM weiter ausgebaut werden  und drei weitere Kinder im Kinderheim für Aidswaisen dauerhaft aufgenommen werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Unterstützern und Förderern unserer Partnerschaft.

 

 

Das Indien-Team

 

 

 

 

 

 

 

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